Gedichte zum Nachspüren
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Mut
Mut zum Leben kommt ohne Vorankündigung. Neugieriges Staunen. Tränenreiche Arbeit. Nähe. Zerissenheit. Einlassen im Mut zu mir ermöglicht ungeahnte Begegnungen. von: Iris Pohlers |
| Aus: Klänge der Stille - Gedichte: Iris Pohlers, Bilder: Konstanze Quirmbach Diesen Bild-Gedichtband können Sie hier kaufen! Danke für Ihr Interesse. --> Leseprobe <-- |
| Ich wage es, |
an mich selbst zu glauben:![]() an meinen Drang nach Reife, an meine Liebesfähigkeit, an meine Begabung zur Freundschaft, an meine entschiedene Ausdauer, an meine immer neue Hoffnung. Aber auch wenn ich versage und Fehler mache, wenn ich unnötig verletze, wenn ich anderen die Freiheit nehme, wenn ich kleinkariert werde, wenn ich mich nicht mehr erneuere, wenn ich hart und unnahbar werde, auch dann will ich glauben, daß neben der Zerstörung auch das Lebensförderliche in mir wohnt, und ich will es hervorlocken mit meiner Hoffnung und meinem Mut. |
| von Ulrich Schaffer |
| Erich Fried | Aufhebung |
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Sein Unglück ausatmen können tief ausatmen so daß man wieder einatmen kann Und vielleicht auch sein Unglück sagen können in Worten in wirklichen Worten die zusammenhängen und Sinn haben und die man selbst noch verstehen kann und die vielleicht sogar irgendwer sonst versteht oder verstehen könnte Und weinen können Das wäre schon fast wieder Glück |
| Entre nous | |
We are secrets to each other Each one's life a novel No-one else has read. Even joined in bonds of love, We're linked to one another By such slender threads. We are planets to each other, Drifting in our orbits To a brief eclipse. Each of us a world apart, Alone and yet together, Like two passing ships. Just between us, I think it's time for us to recognize The differences we sometimes fear to show. Just between us, I think it's time for us to realize, The spaces in between Leave room for you and I to grow. We are strangers to each other, Full of sliding panels, An illusion show. Acting well-rehearsed routines Or playing from the heart? It's hard for one to know. We are islands to each other, Building hopeful bridges On a troubled sea. Some are burned or swept away, Some we would not choose, But we're not always free. | |
Neil Peart »» deutsche Fassung |
| Christian | Morgenstern |
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| Alles fügt sich, alles schickt sich musst es nur erwarten können und dem Wachsen deiner Wünsche Zeit und reichlich Bilder gönnen. Bis du eines fernen Tages jenen reifen Duft der Körner spürst und dich aufmachst und die Ernte in die tiefen Speicher führst |
| Kelly Priest |
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Mit der Zeit lernst Du, dass eine Hand halten nicht dasselbe ist wie eine Seele fesseln Und dass Liebe nicht Anlehnen bedeutet und Begleitung nicht Sicherheit Du lernst allmählich, dass Küsse keine Verträge sind und Geschenke keine Versprechen Und Du beginnst, Deine Niederlagen erhobenen Hauptes und offenen Auges hinzunehmen mit der Würde des Erwachsenen, nicht maulend wie ein Kind Und Du lernst, all Deine Straßen auf dem Heute zu bauen, weil das Morgen ein zu unsicherer Boden ist Mit der Zeit erkennst Du, dass sogar Sonnenschein brennt, wenn Du zuviel davon abbekommst Also bestell Deinen Garten und schmücke selbst Dir die Seele mit Blumen, statt darauf zu warten, dass andere Dir Kränze flechten Und bedenke, dass Du wirklich standhalten kannst ... und wirklich stark bist. Und dass Du Deinen eigenen Wert hast. |

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Lebenswege (von Thomas Schied) |
Es gibt Wege die sind zu gehen weil der Fluss seinem Lauf folgen muss um sich selbt zu sein weil der Mensch eine Sehnsucht mitbekommen hat die ihn lebendig hält Daran werden sich unsere Lebenswege messen lassen: Ob an ihren Ufern das Leben gedeiht. |
| Erich Kästner | Traurigkeit die jeder kennt |
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Man weiß von vornherein, wie es verläuft. Vor morgen früh wird man bestimmt nicht munter. Und wenn man sich auch noch so sehr besäuft: die Bitterkeit, die spült man nicht hinunter. Die Trauer kommt und geht ganz ohne Grund. Und angefüllt ist man mit nichts als Leere. Man ist nicht krank. Und ist auch nicht gesund. Es ist, als ob die Seele unwohl wäre. Man will allein sein. Und auch wieder nicht. Man hebt die Hand und möchte sich verprügeln. Vorm Spiegel denkt man: "Das ist dein Gesicht?" Ach, solche Falten kann kein Schneider bügeln. Vielleicht hat man sich das Gemüt verrenkt? Die Sterne ähneln plötzlich Sommersprossen. Man ist nicht krank. Man fühlt sich nur gekränkt. Und hält, was es auch sei, für ausgeschlossen. Man möchte fort und findet kein Versteck. Es wäre denn, man ließe sich begraben. Wohin man blickt, entsteht ein dunkler Fleck. Man möchte tot sein. Oder Gründe haben. Man weiß, die Trauer ist sehr bald behoben. Sie schwand noch jedes Mal, so oft sie kam. Mal ist man unten, und mal ist man oben. Die Seelen werden immer wieder zahm. Der Eine nickt und sagt: "So ist das Leben." Der andre schüttelt seinen Kopf und weint. Wer traurig ist, sei's ohne Widerstreben! Soll das ein Trost sein? So war's nicht gemeint. |
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| Marie Luise Kaschnitz | Am Strande |
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Heute sah ich wieder dich am Strand Schaum der Wellen dir zu Füßen trieb Mit dem Finger grubst du in den Sand Zeichen ein, von denen keines blieb. Ganz versunken warst du in dein Spiel Mit der ewigen Vergänglichkeit, Welle kam und Stern und Kreis zerfiel Welle ging und du warst neu bereit. Lachend hast du dich zu mir gewandt Ahntest nicht den Schmerz, den ich erfuhr: Denn die schönste Welle zog zum Strand, Und sie löschte deiner Füße Spur. |
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Lao-tzu, Tao-te ching Gewöhnliche Menschen hassen die Einsamkeit, doch der Meister nutzt sie, umarmt sein Alleinsein und erkennt, daß er eins ist mit dem gesamten Universum. |
| WAS DER WIND IN DEN SAND GESCHRIEBEN von Hermann Hesse |
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Dass das Schöne und Berückende nur ein Hauch und Schauer sei, dass das Köstliche, Entzückende, Holde ohne Dauer sei: Wolke, Blume, Seifenblase, Feuerwerk und Kinderlachen, Frauenblick im Spiegelglase und viel andre wunderbare Sachen, dass sie, kaum entdeckt, vergehen, nur von Augenblickes Dauer, nur ein Duft und Windeswehen, ach, wir wissen es mit Trauer. Und das Dauerhafte, Starre ist uns nicht so innig teuer: Edelstein mit kühlem Feuer, glänzendschwere Goldesbarre; selbst die Sterne, nicht zu zählen, bleiben fern und fremd, sie gleichen uns Vergänglichen nicht, erreichen nicht das Innerste der Seelen. Nein, es scheint das innigst Schöne, Liebenswerte dem Verderben zugeneigt, stets nah am Sterben, und das Köstlichste: die Töne der Musik, die im Entstehen schon enteilen, schon vergehen, sind nur Wehen, Strömen, Jagen und umweht von leiser Trauer, denn auch nicht auf Herzschlags Dauer lassen sie sich halten, bannen; Ton um Ton, kaum angeschlagen, schwindet schon und rinnt von dannen. So ist unser Herz dem Flüchtigen, ist dem Fließenden, dem Leben treu und brüderlich ergeben, nicht dem Festen, Dauertüchtigen. Bald ermüdet uns das Bleibende, Fels und Sternwelt und Juwelen, uns in ewigem Wandel treibende Wind- und Seifenblasenseelen, Zeitvermählte, Dauerlose, denen Tau am Blatt der Rose, denen eines Vogels Werben, eines Wolkenspieles Sterben, Schneegeflimmer, Regenbogen, Falter, schon hinweg geflogen, denen eines Lachens Läuten, das uns im Vorübergehen kaum gestreift, ein Fest bedeuten oder wehtun kann. Wir lieben, was uns gleich ist, und verstehen, was der Wind in den Sand geschrieben. |
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Bert Brecht Im Hofe steht ein Pflaumenbaum Der ist klein, man glaubt es kaum. Er hat ein Gitter drum So tritt ihn keiner um. Der Kleine kann nicht größer wer´n. Ja größer wer´n, das möcht er gern. ´ist keine Red davon Er hat zu wenig Sonn. Den Pflaumenbaum glaubt man ihn kaum. Weil er nie Pflaumen hat Doch er ist ein Pflaumenbaum Man kennt es an dem Blatt. |
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(aus dem Sanskrit) |
Achte gut auf DIESEN Tag, denn er ist das Leben - das Leben allen Lebens. In seinem kurzen Ablauf liegt alle Wirklichkeit und Wahrheit des Daseins, die Wonne des Wachsens, die Herrlichkeit der Kraft Denn das Gestern ist nichts als ein Traum und das Morgen nur eine Vision. Das heute jedoch - recht gelebt - macht jedes Gestern zu einem Traum voller Glück und das Morgen zu einer Vision voller Hoffnung. Darum achte gut auf DIESEN Tag. |
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Autobiographie in fünf Kapiteln Ich
gehe die Straße entlang. ![]() |
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LINGUISTIK Du mußt mit dem Obstbaum reden. |






